Tuesday, January 16, 2018

LYRIK-Taschenkalender 2017 18. KW 16.01.2018


Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2017 herausgegen. Dieser Kalender lädt ein zum Annotieren und Assoziieren, zum Erstellen von GegenEntwürfen. Vielleicht so auch ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne).


18. KW
Walle Sayer: Kartengruß

Ein Päckchen mit wichtigen Schreiben aufGeben als Poste Restante für ein nächstes Leben.

Sollte man sich nicht von allen Orten, selbst aus Düsseldorf, PostKarten schicken, um kurz vor der Demenz diese herVorZuHolen, damit das Mosaik des Lebens zusammenGesetzt werden kann?

ManchMal genügt es eben nicht, an andere nur gedacht zu haben.


18. KW
Kommentar: Henning Ziebritzki

Mit der Lupe die Ferne auf Nähe abSuchen.

WieViel                  wieVieL
    wie viel       wie wenig   
Kann                       werdE
Ich                          icH
Von                          voN
Mir                          miR
Sehen                   erKenneN
ErKennen                   seheN
Ohne                        wenN
In                       ich auS
    Den Spiegel  dem SpiegeL   
Zu schauen                schauE


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Monday, January 15, 2018

LYRIK-Taschenkalender 2017 17. KW 15.01.2018




Michael Braun hat den LYRIK-Taschenkalender 2017 herausgegen. Dieser Kalender lädt ein zum Annotieren und Assoziieren, zum Erstellen von GegenEntwürfen. Vielleicht so auch ein wenig wie Daniel Spoerris: An Anecdoted Topography of Chance (1966 Something Else Press, New York / Cologne).


17. KW
Karla Reimert: Im Wald (I)

"Die Leere schauend geht Wahn in Stille über." Wird mir immer eine Lehre sein.

Warum sollte Nüchternheit eine VorausSetzung für das Betreten der Leere sein? UnVerständlich wie "twist in my sobriety".

Wald
    im Wald
Trost
Finden
Trost-
Wald
In
Dem
Die
Toten
Durch
    Den Wind
Sprechen


17. KW
Kommentar: Michael Braun

Die Vögel am Strand, die über Sand
hüpfen oder über graue Steine, sind
selber grau & verSchmelzen mit Stein,
Wolke Sand, Meer oder dem Treibholz.

Die Amsel würde sich hier nicht wohl
fühlen, auch nicht die schwarzen Krä-
hen, vielleicht noch die NebelKrähe.

So leer ist nicht der Strand, aber er
ist schon leerer als Wald und Wiese. In
den Schatten der Dämmerung jedoch,
verlieren sich Grau und Leere. Das Heu-
len des Windes wird stärker und & das
der Geister.

Die Vögel am Strand, die über Sand
hüpfen oder über graue Steine, sin
d selber grau & verSchmelzen mit S
tein, Wolke Sand, Meer oder dem Tr
eibholz.

Die Amsel würde sich hier nicht wo
hlFühlen, auch nicht die schwarzen
Krähen, vielleicht noch die NebelK
rähe.

So leer ist nicht der Strand, aber
er ist schon leerer als Wald und W
iese. In den Schatten der Dämmerun
g jedoch, verlieren sich Grau und
Leere. Das Heulen des Windes wird
stärker und & das der Geister.

(Kann ich nicht so darstellen, wie ich es haben möchte)

Die eher asiatische Vorstellung, wenn man überHaupt so verAllgemeinern darf, ist, daß erst Leere da sein muß, damit etwas geFüllt werden kann. Das Alte muß gehen, damit Neues entStehen kann.


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Some Poetry, written for another purpose



Rhine

River running and rolling
Then slackened and stagnant
Barks bowing to billows

Olive water and withered willows
Boys playing on barren banks
Black smoke blown from barbecues

Mists moving though mornings
Icy mud clings to the mooring
The cranes cross in large crowds

Winter mollies the waterfront
White blanket melts despite the whiff
Rivulet murmurs into the Rhine

Spring returns with snowmelt
River sloshes around and across the slopes
First buds opening for the busy bees

Oh, join me for a journey
Along the towpaths and through towns
Through all seasons with sober mirth


Remember the colors

Bleached doors
Security men in blue uniforms
None left
But
All gone

Blue dots on white doors
Torn out of the hinges
Grey are the ashes
To be filled into urns
The wish for hearts of flesh
Revoked

Empty town
Ghost town

Remember the colors
Red isn't blue yet
But blue turns into grey

                Buenos Aires 31.10.2017


After sunshine some rain
Now summer
Weeps


Harvest the crystals

Harvest the crystals
That come from starlight
Do not let
The wind take any crystals

Empty your lungs
Against the wind
Do not lose the harvest

Let Charon take his break
Empty all crystals
Into Lethe's darkness

If death prevails
Then not eternally
Harvest the crystals

                Buenos Aires 31.10.2017



Sacrifice

We sacrificed
Writing hands
Wisdom
Words
Ideas
To the blue steeled sickle

But never said
Yes

                Buenos Aires 31.10.2017



Morning at Beagle Canal

Tranquil morning at the canal
Wind, gust and breeze have ceased

The water lies dark and oily
No ripples, no boat, no rain

An Alaska goose seems to moor
No paddling, no ripples, no movement

Burt some birds sing into the morning
And flower open to spread perfume

All serenity will be gone soon
As day proceeds and wind returns

                Ushuaia 04.11.2017



To the end
        Reminiscing This is the End by The Doors

Let us drown
In pictures
In misspelt tweets

Let us suffocate
In words
In politicians' lies

Let us return
To the origin
To the end

To the end that is beginning

                Torres del Paine 07.11.2017




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