Tuesday, January 15, 2013

Müdigkeit / Fatigue



Ich meine, dass Müdigkeit/Fatigue eines der faszinierendsten Symptome in der Rheumatologie ist. Fatigue hat weit weniger Aufmerksamkeit als Schmerz angezogen. Doch fast jeder Patient beschwert sich über Müdigkeit, und es spielt überhaupt keine Rolle, ob es sich um eine entzündliche oder nicht-entzündliche Grunderkrankung handelt, oder ob sich die Erkrankung in Remission oder im Schub (z. B. rheumatoide oder Psoriasis Arthritis, ankylosierende Spondylitis, Fibromyalgie,...) befindet.
Einige Leute denken, dass man lernen könne, die Müdigkeit" zu bekämpfen. Lassen Sie uns einen genauen Blick auf die Tipps werfen, die Sie im Internet finden. Ich glaube schon, dass diese Tipps gegeben wurden, um Ihnen zu helfen.

Suchen Sie Ihren Arzt auf: die meisten Patienten mit den Erkrankungen, ich schon oben erwähnt habe, haben dies bereits getan und fühlen sich immer noch müde. Wenn die Entzündung noch nicht ausreichend behandelt wurde, könnte dies eine zusätzliche Ursache sein. Manchmal ist es aber auch eine unerwünschte Nebenwirkung des Medikaments.

Genügend und erholsamen Schlaf bekommen: gute Idee. Manchmal bedeutet dies, das Schmerzmittel oder die entzündungshemmende Medikante zu ändern. Manchmal könnte es bedeuten, ein neuen Schlaf-Rituals zu etablieren; Link: http://rheumatologe.blogspot.de/2011/04/schlafempfehlungen.html 

Gut essen und das Gewicht: zuviel Gewicht tragen erschöpft einen manchmal, vor allem, wenn jemand Kortikosteroide („Kortison“) nimmt, ist Gewichtszunahme ein echtes Problem. Mehr Gemüse, Obst, Getreide und weniger Fette, Milchprodukte und Fleisch essen: http://rheumatologe.blogspot.de/2012/06/ernahrungstipps-bei-entzundlich.html

Sport/Bewegung: bieten viele Vorteile wie das Gewicht zu verringern, Erhöhung der Muskelkraft, Stressabbau, den Schlaf verbessern und vieles mehr. Ein Problem besteht in einem Übermaß am späten Abend, denn damit kann der Schlaf behindert werden.

Sonnenlicht: Sonnen- oder Tageslicht könnte vorteilhaft sein, wir fühlen uns besser und es sorgt für die Erhöhung von Vitamin D3. Aber zu viel tut auch nicht gut (systemischer Lupus erythematodes, Hautkrebs). Dann könnte die Vitamin D Substitution eine bessere Option sein. Menschen mit Lupus oder unter bestimmten Medikamenten sollten das Sonnenlicht meiden!

Stressabbau: Reduzierung von Stress ist ein großes Problem. Viel Stress ist mit Müdigkeit verbunden. Spazieren in einem grünen Park oder Garten reduziert Stress, auch mit Sitzen an einem Teich funktioniert der Trick. Aktive Entspannungstechniken wie progressive Entspannungstraining, Yoga, Taiji, Atemtechniken, Meditation und andere Techniken mehr wären hilfreich. Es könnte aber bedeuten, mehr Veränderungen im Lebensstil durchzuführen oder Nein sagen zu lernen.

Bei aller Kritik und Skepsis, die ich in Bezug auf einfache Tipps gegen echte Probleme habe, glaube ich doch, dass man ziemlich viele Dinge zum besseren Umgang mit Müdigkeit tun kann.


Ergänzung am 23.10.2013:
D. Westhoff legte beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (2013) eine Studie mit dem Titel vor: „Fatigue - eine unterbewertete Manifestation rheumatischer Krankheiten“. Schlussfolgerungen: „Der Zusammenhang zwischen Entzündung - gemessen als Zahl geschwollener Gelenke - und Fatigue lässt vermuten, dass humorale oder zelluläre Entzündungsmediatoren an der Fatigue (mit)beteiligt sind, die von den CRP- und BSG-Werten nicht reflektiert werden. Es scheint somit fraglich, ob die Fatigue tatsächlich nicht mit Entzündung assoziiert ist, wie es angesichts der Persistenz der Fatigue trotz Rückgang von BSG und CRP häufig geschlussfolgert wird. Der Zusammenhang zwischen Fatigue und Morgensteifigkeit sowie beider Therapieansprechen auf Glukokortikoide könnten zum Verständnis von Fatigue beitragen.“

Das sagt dann aber nur etwas bei Fatigue im Rahmen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen aus bzw. wäre nur eine Hypothese zur Erklärung dort. Andererseits ist Fatigue auch ein Symptom nicht-entzündlicher Erkrankungen wie z.B. dem Fibromyalgiesyndrom oder auch ganz anderer Erkrankungen wie der Depression. Es scheint somit fraglich, ob Fatigue tatsächlich nur mit Entzündung assoziiert ist und nicht mehrere Hypothesen, auch gleichzeitig, das Problem besser erklären können. 

04.08.2014:
Prof. Dr. K. Krüger schreibt aktuell in MOBIL, dem Magazin der Rheuma-Liga (Ausgabe 4/2014), zu Fatigue. Er prangert die verkannte Bedeutung unter Kollegen an. Da hat er sicherlich recht, denn vielfach wird nur nach der Morgensteifigkeit gefragt. Er gibt an, dass es Messmethoden mittels Fragebogen gibt, nennt allerdings keinen. Ich nenne gerne einen: FACIT-Fatigue: Functional Assessment of Chronic Illness Therapy-Fatigue, den es auch in einer deutschen Fassung gibt. Ich begrüße den Vorstoß. Bei den Ratschlägen kommt nichts Neues zu dem oben gesagten hinzu. "Versuchen Sie der Müdigkeit durch möglichst viel körperliche Aktivität entgegenzuarbeiten - ..."; hier muss ich widersprechen. Ich empfehle auch körperliche Aktivität, aber viel hilft nicht viel, es ist das rechte Mass an Aktivität und Aktivierung, das helfen kann.

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