Monday, May 22, 2017

Rogate





Rogate oder betet. Ist in dem Gesteckt nicht der Kölner Dom zu sehen? Die Asymmetrie erinnert an japanische Gestecke (Ikebana – 生け花). Die gelben Blüten, die von links nach rechts in einer Helix aufsteigen.
„Gelobt sei Gott / der mein Gebet nicht verwirft / Noch seine Güte von mir wendet.“ Psalm 66, Vers 20.

Inspiriert von dem täglichen Blumenstrauß auf einem Fahrrad von Ai Weiwei (艾未未).

Sammelsurium (148) 22.05.2017




Sehnen
"There is a longing in our hearts, O Lord, for you to reveal yourself to us." "Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach die, dich zu sehn, dir nah zu sein." Aber -: "God is watching us, from a distance!"

Jetzt
Das Jetzt ist immer gleich, nur die Vergangenheit ändert sich.

Nacht
HinausSpähen in die Nacht mit ihren fahlen Lichtern. Stimmen und Geräusche wabern durch die Stadt. Der FriedHof liegt so still nicht. Gerüche aus der Kindheit oder der RotWein schmeckt im Dunkeln wie RotBäckchen. Ein Zweig bewegt sich und Licht prallt von blanken Blättern, ein Tropfen fällt; es hatte geregnet. Kalter Füße - starrer Himmel. Starren da andere Augen in die Nacht? Ein NachtFalter entKommt der FlederMaus. Ein Fenster wird geöffnet und das FernsehProgramm ergießt sich in den Raum zwischen den Häusern. Das fahle Licht aber bleibt stetig.

PassBild
Das PassBild in dem merkwürdigen Format (für ZentralAsien) war leichter zu bekommen als gedacht. Kostet auch etwas mehr als beim Automaten. Der Fotograf (nein, es muss schon wieder Photograph heißen) benötigte auch Zeit dafür.

Nideggen
Ich war schon länger nicht mehr dort gewesen. Nun durch einen Zufall sehr früh am Tag mit tiefStehender Sonne, die BackStein und Baum die richtige Farbe gab. Burg Nideggen - ich war zuletzt zu einer Fortbildung dort, mindestens 15 Jahre her. Besuch der Kirche; offen, aber kein GottesDienst. Die ersten Menschen kommen auf den MarktPlatz, aber das Café Dohmen hat noch geschlossen. Neben der Bank plätschert ein SpringBrunnen in der Sonne. Gerade noch rechtZeitig, bevor TouristenSchwärme die Stimmung zerStören.

Bene Tleilaxu
Bene Tleilaxu -: was aber tut die Natur den Frauen an, bevor, während und nachdem ein Kind gebärten?


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Saturday, May 20, 2017

Klatschmohn ist Blume des Jahres 2017



Es ist Samstag und ich habe vom Reformhaus den Reformhaus Kurier mitgenommen. Auf Seite 3  erfahre ich, dass der Klatschmohn immer seltener werde durch die intensive Landwirtschaft. Die Pflanze ist an der Rand des Aussterbens gedrängt worden. Deshalb macht die Loki Schmidt Stiftung auf den Klatschmohn mit der Auszeichnung als „Blume des Jahres“ 2017 aufmerksam.

Ich habe den Klatschmohn in den letzten Tagen sehr häufig gesehen, allerdings nicht am Ackerrain sondern an der Autobahn. Die A3 ist ja zur Dauerbaustelle mutiert und deshalb fährt etwas langsamer. Zwischen dem Kreuz Hilden und dem Eulental (Kreuz!) sieht man aktuell auf dem östlichen Hang an der Autobahn entlang gelbe Rapsblüten und Klatschmohn zusammen mit einigen weißen Blüten. Genießen Sie den seltenen Anblick, von dem ich als Fahrer leider keine Aufnahmen machen kann.


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Friday, May 19, 2017

Tofacitinib / Xeljanz® kommt gerade an


So, jetzt kommt auch noch Tofacitinib nach Baricitinib. Beides sind JAK-Inhibitoren. Wenn auch Baricitinib auf dem europäischen/deutschen Markt schneller zu erhalten war, so ist doch Tofacitinib (Xeljanz®) schon länger auf dem amerikanischen Markt (und z.B. in der Schweiz) erhältlich. Ich hatte bereits vor einem Monat über die beiden Präparate hier geschrieben [1].

Wann soll Tofacitinib denn eingesetzt werden?
EULAR und ACR haben Leitlinien herausgegeben. In der 2016 veröffentlichen Leitlinie werden JAK-Inhibitoren in Phase 2 erwähnt [2].
In Phase 1 der Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) startet man typischerweise mit Methotrexat (es gibt weitere Optionen). Nach drei Monaten muss eine Verbesserung, nach sechs Monaten das Therapieziel erreicht sein, sonst werden Therapieanpassungen notwendig. Versagt Phase 1, dann geht es weiter zu Phase 2. Bei prognostisch ungünstigen Faktoren würde man dann bereits Biologika oder auch JAK-Inhibitoren einsetzen. Dabei wird man aus Gründen der Erfahrung eher zunächst ein Biologikum einsetzen.

Kosten
Ich habe erfahren, dass der Hersteller von Xeljanz® 2 Mrd. € für die Entwicklung des Präparates ausgegeben haben soll. Wirtschaftsanalysten gingen von jährlichen Einnahmen von 2 Mrd. US$ aus [3]. Ich kann für diese Zahlen leider nicht garantieren.
Aber ich habe heute den Preis von Xeljanz® in Mexiko für 28 Tbl. nachgeschaut: $9,308.50 MXN – das sind nach heutigem Kurs 445,71 €. Die Kosten für 56 Tbl. betragen hier bei uns: 1465,95 €. 5 mg Xeljanz® müssen zweimal täglich genommen werden. In Mexiko betragen die Tageskosten 31,84 €, bei uns 52,36 €. Das sind 7488,11 € im Jahr. Für 520 € findet man schon ein Angebot mit Flug nach Mexiko-Stadt. Vielleicht werden Patienten später aus Kostengründen nach Mexiko zum Medikamentenkauf geschickt – da könnten sich doch die 1A-Krankenkasse und die All-Around-the-Globe-Tours zusammentun.
Die Tageskosten für 20 mg Methotrexat Tabletten pro Woche betragen z.B. 0,39 €. Methotrexat kostet in diesem Beispiel 143,91 € im Jahr und für Xeljanz® sollen wir 19.111,40 € im Jahr zahlen. Sagen wir es einmal mit Jupp Schmitz: „Wer hat so viel Pinke-pinke, / Wer hat so viel Geld?“

Auch ich werde Patienten haben, die das Präparat benötigen, weil andere Medikamente nicht wirksam waren oder auch Nebenwirkungen hatten. Aber werde ich schon sehr genau schauen, ob es wirklich gerechtfertigt ist. Gut, dass es dafür wenigstens eine Leitlinie gibt.


Links: 

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Wechsel zu Biosimilars




Prinzipiell bin ich kein Freund von Biosimilars, denn sie stellen kein neues Therapieprinzip dar, sondern jemand vermarktet nach Auslaufen des Patentschutzes die Idee einer anderen Firm. Dagegen steht natürlich eine Preisreduktion. Ich hatte den betreffenden Firmen der Originale geraten, doch den Preis zu reduzieren, aber man will sich nicht auf einen Preiskampf einlassen.

Über welche Biosimilars reden wir?
Bereits Zugelassen sind [1]:
Inflektra® (Infliximab Biosimilar) (Remsima® Bioidentical)
Remsima® (Infliximab Biosimilar) (Inflektra® Bioidentical)
Flixabi® (Infliximab Biosimilar) – aktuell für uns die preisweerteste Variante
Benepali® (Etanercept Biosimilar)
Mehr zu „Bioidenticals – Biosimilars – Biologika – Biomimics“ siehe unter [2].

Was sagt die Wissenschaft?
K.K. Jørgensen und Kollegen veröffentlichten eine Studie [3]: „Switching from originator infliximab to biosimilar CT-P13 compared with maintained treatment with originator infliximab (NOR-SWITCH): a 52-week, randomised, double-blind, non-inferiority trial”. Die NOR-SWITCH-Studie zeigte, dass die Umstellung vom Infliximab-Original [das ist Remicade®] auf CT-P13 [das sind Inflektra® und Remsima®) nicht schlechter war als die fortgesetzte Behandlung mit dem Infliximab-Original nach einer vorgegebenen Nicht-Unterlegenheitsspanne von 15%.
Es werden noch weitere Probleme bei einer Umstellung diskutiert, insbesondere die klinische Bedeutung der Unterschiede in der Immunogenität [4]. Die Frage ist allerdings auch offen inwieweit dieser Unterschied anders ausfällt als genetische Änderungen im Originalprodukt. Hierzu habe ich jedoch keine Daten gefunden.

Zur Zulassung
In der Europäischen Union wurden Biosimilars seit 2006 bereits 28 Biosimilars zugelassen [5]. Es war nur eine Frage der Zeit, wann das Phänomen die Rheumatologie erreicht. Es wurde ein Patientenregister eingerichtet, um unerwünschte Ereignisse und die langfristige Wirksamkeit zu überwachen.

Zum Wechsel
Der Wechsel zu Biosimilars erfolgt bereits. Für Krankenhäuser ist entscheidend, dass Geld für die Medikation auch für bereits in der Vergangenheit verordnete Medikamente von den Krankenkassen wg. des gesetzlich festgelegten Wirtschaftlichkeitsgebotes rückgefordert werden kann. Für niedergelassene Ärzte gelten Quoten, die erfüllt werden müssen, da sonst ein Regress droht.

Ich bleibe dabei – ich mag den Wechsel zu Biosimilars nicht, da er Zeit kostet, die dann für die direkte Arbeit am Patienten fehlt. Aber ich werde mich dem Wechsel auch nicht entgegenstellen können, da die Einsparungen beträchtlich sein werden. Eine Frage sei aber noch an die Politik gestattet: warum sind Biologika in Deutschland so viel teurer als in anderen Ländern der EU?


Links:

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